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IP-Subnetting einfach – Die „Quick & Dirty“ Methode




Es gibt zig verschiedene Arten von IP-Subnetting und Berechnung der einzelnen Subnetzadressen. Furchtbar komplitzierte Varianten, aber auch total simple und mathematisch kaum aufwendige Arten der Subnetzkalkulation.


In diesem kurzen Beitrag möchte ich euch meine Vorgehensweise zur Berechnung von Subnetzen zeigen, welche ich auch für Prüfungen oder Alltag im Betrieb verwende. Der Ablauf ist immer der Selbe und das Ergebnis ist nach Übung innerhalb von einer Minute auszurechnen – kein Scherz!


Wichtig ist hierbei, dass zwei Angaben immer vorhanden sein müssen: Eine IP-Adresse und eine Subnetzmaske/CIDR! Ohne diese zwei Angaben funktioniert kein IP-Subnetting in irgendeiner Art und Weise.




Man nehme sich eine zufällige IP-Adresse:


192.168.74.93 /21




Eine IP-Adresse besteht immer aus 32 Bits und ist in vier Oktetten untergliedert. Jedes Oktett besteht aus 8 Bits.


Bits: 8 16 24 32
192 . 168 . 74 . 93 /21




Man kontzentriert sich erstmal nur auf die Angabe der Subnetzmaske beziehungsweise der CIDR: /21
Die Leitfrage ist nun: In welchem Oktett arbeiten wir?


Ganz einfach – Die 21 deckt das 1. Oktett mit 8 Bit ab und das 2. Oktett mit 16 Bit, allerdings reicht es nicht um das 3. Oktett mit 24 Bits auch abzudecken, da wir ja nur 21 haben. Umgangssprachlich also, die 8 passt in die 21 und die 16 passt auch in die 21, aber nicht mehr die 24.




Nachdem wir nun wissen, dass wir im 3. Oktett arbeiten und wir die 24 nicht abdecken, ermitteln wir, wie viel uns von der 21 bis zum nächsten Schritt, also 24 fehlt. In diesem Fall fehlen 3, dass ist wie in der Mathematik „der Rest“. Da man beim IP-Subnetting immer mit 2x arbeitet, weil 28 = 256 den größten Wert im Subnetting darstellt, ersetzen wir hier die Unbekannte x durch unseren Rest 3.

23 = 8




Durch dieses Ergbniss wissen wir nun die Schrittweise des /21 Subnetzes und wie es sich untergliedern lässt. Dafür nimmt man nun immer +8 bis unser Wert 74 des 3. Oktetts sich in einer der Zahlenfolgen einfügen lässt.




Da wir nun wissen, dass die 74 zwischen die 72 und die 80 passt, nehmen wir nun immer den nächst kleineren Wert und dies wäre die 72. Wenn wir beispielsweise nun eine 15 hätten statt 74 und die Schrittweise wäre +4, dann würden wir zwischen 12 und 16 liegen. Somit wäre auch hier die nächst kleinere Zahl die 12.


Sobald wir dies wissen, können wir die Netzadresse des Subnetzes bestimmen. Denn diese bildet sich aus dem nächstkleineren Wert, also der 72 und ersetzt nun den Wert unseres 3. Oktetts.


192.168.72.0/21




Tada! Dies ist unsere Netzadresse.




…. aber was ist mit dem Broadcast oder dem ersten und den letzten freien Host meines Subnetzes?


Keine Panik – dies ist nun ein Kinderspiel.




Anstatt den nächstkleineren Wert zu nehmen, greifen wir hier auf den nächstgrößeren Wert zurück. Dies wäre in unserem Beispiel die 80 und nehmen diesen nun als Wert des 3. Oktetts. Danach rechnet man quasi die letzten zwei Oktette „-1“.


192.168.80.0
"-1"
----------
192.168.79.255




… denn die 255 ist der größte verwendbare Wert im Subnetting und kommt quasi nach der Null, wenn wir diese „-1“ nehmen. Da der Broadcast immer auf .255 endet, ist dies eine kleine Hilfestellung der besseren Verdeutlichung. Somit haben wir auch den Broadcast ermittelt.




Damit man den ersten und den letzten freien Host berechnen kann, benötigt man die Netzadresse und den Broadcast. Man nehme nun die Broadcast Adresse und nimmt diese, wie bereits eben, wieder durch „-1“ im 4.Oktett und erhält damit den letzten freien Host.


192.168.79.255
"-1"
----------
192.168.79.254




… und die Netzadresse „+1“ im 4. Okettet ergibt dann den ersten freien Host.


192.168.72.0
"+1"
----------
192.168.72.1




Zusammengefasst hätte man nun wie folgt:


Netzadresse: 192.168.72.0/21
Broadcast: 192.168.79.255/21
Erster Host: 192.168.72.1/21
Letzter Host: 192.168.79.254/21




Mit ein bisschen Übung kann man garantiert in einer Minute diese vier Adressen ermitteln. Bei mir hat es nun zumindest geklappt. Viel Erfolg euch!


over & out,
jonsch